Übersicht
Ich und/oder mein Partner haben Flugangst. Wie wird das beim LC sein? [Antwort]
Was passiert, wenn ein besonderes Ereignis einen Großteil der Passagiere auf dem Promenadendeck an eine Fensterfront lockt (z.B. die Elefantenherde)? Das Luftschiff würde Schlagseite bekommen. Wie würden Sie einer derartigen Gefahr begegnen wollen? [Antwort]
Wie steht es mit der Standstabilität des LCs? [Antwort]
Was für Sicherheitsmaßnahmen sind beim LC vorgesehen? [Antwort]
Ist in Hinblick auf den internationalen Terrorismus alles genügend bedacht? [Antwort]
Warum gibt es kein Schwimmbad auf dem LC? [Antwort]
Warum gibt es nicht mehr Sportmöglichkeiten auf dem LC? Sonst wird’s vielleicht manchmal langweilig! [Antwort]
Gibt es bei 400 Mitreisenden nicht zu wenig Platz auf dem LC, so daß man ein Gefühl der Enge bekommt? [Antwort]
Was ist für medizinische Behandlung an Bord vorgesehen? (Tropenkrankheiten?) [Antwort]
Werden genügend lange Fahrtstrecken in Bodennähe eingelegt, so daß man gut fotografieren und videofilmen kann? Weitere Möglichkeiten für Naturgenuß? [Antwort]
Wird es eine kompetente Reiseleitung geben, wie ist die Organisation, gibt es Vorträge über die überflogenen Gebiete und eine Bücherei zum Nachlesen? [Antwort]
Wie sind die Kommunikationsmöglichkeiten an Bord (Telefon, Sat-TV, „Konversation“ oder „chatten“ mit „netten“ und „intelligenten“ Mitreisenden)? [Antwort]



1. Q: Ich und/oder mein Partner haben Flugangst. Wie wird das beim LC sein?
A: Das Fliegen mit einem Luftschiff ist grundverschieden zu dem mit Flugzeugen. Das Starten und Landen erfolgt senkrecht nach oben. Im Gegensatz zu Flugzeugen erfolgen Start und Landungen sehr viel langsamer, so daß diese nicht als unangenehm empfunden werden.

Darüber hinaus bewegen sich Flugzeuge in einer Höhe von ca. 10 000 m. Beim LoftyCruiser ist die Flughöhe zwischen 300 und 2500 m, so daß anstatt von Wolken meistens wirklich die überflogenen Landschaften wahrgenommen werden können.

Schließlich kann noch angeführt werden, daß Sie sich im LC-400 frei bewegen können und nicht wie im Flugzeug hauptsächlich an Ihren Sitzplatz gebunden sind.
Zwei Beispiele, die für beliebig viele ähnliche stehen:

Eine Berliner Schauspielerin, erschöpft von der Arbeit im Studio, kam gerade eine Stunde vor der planmäßigen Abflugszeit zum Atlantikflug nach New York an Bord des Zeppelins und sagte dem Kabinensteward, daß sie sich noch etwas hinlegen wolle; er solle sie zum Start wecken, falls sie einschliefe. Als sie, vom mehrmaligen höflichen Klopfen des Stewards geweckt, auf die Uhr schaute, fragte sie streng: „Wann starten wir endlich?“, worauf der Steward antworte: „Gnädige Frau, wir sind bereits seit einer Stunde unterwegs, wenn sie bitte einmal durchs Fenster schau’n wollen!“

Es gibt viele Geschichtchen, die über die im Vergleich zu Flugzeugen geradezu unglaublich ruhige Fahrt der Zeppeline berichten. So haben mehrere Augenzeugen bestätigt, daß im Salon von LZ129 mitten über dem Atlantik ein Amerikaner hohe Wetten anbot, daß sein Parker-Füller mit der ebenen Kopffläche der Kappe senkrecht auf den Tisch gestellt mindestens eine halbe Stunde nicht umfallen werde. Viele Ungläubige setzten dagegen, doch fast immer gewann der Amerikaner.

Wenn man diese früheren Luftschiff-Erfahrungen mit z.B. Reisen in heutigen Schnellzügen vergleicht, bei denen man oftmals Zeitschriften und Getränke auf dem Beistelltischchen festhalten muß, ist eine Reise mit einem Luftschiff unvergleichbar ruhiger und nicht durch „Rütteleffekte“ gekennzeichnet.

Reisen mit Luftschiffen sind also keineswegs vergleichbar zu denen mit Flugzeugen oder anderen Transportmitteln. Kennzeichnend sind die Langsamkeit (100 km/h) und die Ruhe des Fluges sowie die niedrige Flughöhe. Selbst Personen, die normalerweise Flugangst haben, werden den Unterschied zwischen „auf der Erde“ und „in der Luft“ nicht bemerken.

2. Q: Was passiert, wenn ein besonderes Ereignis einen Großteil der Passagiere auf dem Promenadendeck an eine Fensterfront lockt (z.B. die Elefantenherde)? Das Luftschiff würde Schlagseite bekommen. Wie würden Sie einer derartigen Gefahr begegnen wollen?
A: Ihre Frage ist nur quantitativ sinnvoll zu beantworten, wie sie gleich erkennen werden, wenn Sie meiner einfachen Rechnung folgen. Wir nehmen einmal den unwahrscheinlichsten („schlimmsten“) Fall an, daß sich alle 400 Passagiere auf einer Seite (z.B. der Backbordseite) dicht vor der Panoramaverglasung drängeln. Gewicht der Passagiere = 400 x 75 kg = 30.000 kg. Das ergibt eine nach unten gerichtete Gewichtskraft von (rund) 300 kN, die im Abstand von (rund) 65 m vom Schiffsmittelpunkt angreift (siehe Plan Panoramadeck). Das dadurch erzeugte Drehmoment beträgt 300 kN x 65 m = 19,5 MNm, das eine Drehung um einen Winkel w bewirkt, den wir bestimmen wollen. Da sich durch diese Drehung auch die Vertikalachse um den selben Winkel neigt, wird der Auftriebsmittelpunkt sich nach links unten, der Schwerpunkt nach rechts oben bewegen. Wie in „LC-Technik“ in Kapitel 14, letzter Absatz, nachzulesen ist, befindet sich (nach vorläufiger Festlegung) der Schwerpunkt auf der Vertikalachse bei z = 20 m, der Auftriebsmittelpunkt z = -15 m. Das rücktreibende Drehmoment durch AUFTRIEB und GEWICHT (beide sind im Schwebezustand gleich, nämlich (rund) 740 t) errechnet sich somit zu:

7400 kN x sin(w) x (15 + 20) m = 7,4 MN x 35 m x sin(w) = 259 MNm x sin(w). Im Gleichgewicht mit dem Drehmoment durch die Passagiere, das mit dem Drehwinkel w wie cos(w) abnimmt, gilt also: 19,5 MNm x cos(w) = 259 MNm x sin(w), woraus sich für die Bestimmung von w ergibt: sin(w)/cos(w) = tg(w) = 19,5/259 = 0,0753, somit endlich w = 4,3°!

Sie sehen also, daß Sie keine Angst zu haben brauchen, denn die meisten Passagiere würden so eine kleine Neigung gar nicht bemerken. Im wahrscheinlicheren Fall, daß sich nur 200 Passagiere nach Backbord begäben, wäre die Neigung nur rund 2 Grad, was bestimmt niemand merken würde. Natürlich messen die Instrumente auf Zehntelgrad genau, wodurch der Autopilot je nach Zweckmäßigkeit entweder die beiden seitlichen Vertikalaktuatoren gegensteuern ließe, oder, falls das Ruder schon ausgefahren wäre, einen kleinen Trimmausschlag befehlen würde, eventuell sogar, wenn die einseitige Last anhielte, auch durch Umpumpen von Wasser oder Fäkalien (bei großen Langstreckenflugzeugen gängige Praxis!) eine perfekte Trimmung erreichen würde. Also mehrfache Sicherheiten!

3. Q: Wie steht es mit der Standstabilität des LCs?
A: Diese Frage ist in „LC-Technik“ in Kapitel 7, „Elektromagnetisches Verankerungs-System“ ausführlich behandelt und zeigt, daß auch bei Seitenwind von 100 km/h das elektromagnetisch verankerte Luftschiff nicht kippen kann. Inzwischen war auch eine etwas größere Dimensionierung der Magnete von 100 cm Ø auf 115 cm Ø vorgesehen, wodurch (wie bei Kränen vorgeschrieben) der Standsicherheitsfaktor auf 1,5 erhöht wurde. Um den bereits erwähnten Bodeneffekt berechnen zu können, war im Rahmen der im September 2002 im Göttinger Hochdruckwindkanal durchgeführten Meßkampagne auch eine Meßreihe zur exakten Erfassung dieses Effekts vorgesehen. Die Ergebnisse werden in Kürze ausgewertet.

4. Q: Was für Sicherheitsmaßnahmen sind beim LC vorgesehen?
A: Hierzu ist am besten wieder auf „LC-Technik“ zu verweisen, wo in Kapitel 13, „Sicherheits-Systeme“, zunächst klargemacht wird, weshalb ein Luftschiff im Prinzip inhärent sicher ist, im Gegensatz zum inhärent unsicheren Flugzeug. Der Unterabschnitt „a) Feuersicherheit“ wird sicher auch die reiselustige alte Dame beruhigen (...mir schwebt immer noch das Bild der brennenden „Hindenburg“ vor Augen...); die Unterabschnitte „b) Notlandungen“ und „c) Notwasserungen“ überzeugen wohl auch die beiden Draufgänger, die nach „Rettungsfallschirmen“ bzw. „400 Fallschirmen“ fragten (dem letzteren Frager waren wohl die 90 Personen Crew und Service keine Fallschirme wert), daß im LC dafür ebensowenig eine sinnvolle Anwendung möglich ist wie in modernen Verkehrsflugzeugen, im Gegensatz zu Rettungsinseln und Schwimmwesten bei Flug über Wasser. Unterabschnitt „d) Sicherungen gegen terroristische Anschläge“ gibt bereits etliche Antworten auf die Fragen (10 %) wie diese:

5. Q: Ist in Hinblick auf den internationalen Terrorismus alles genügend bedacht?
A: Diese Frage hat natürlich nach dem 11. September 2001 eine besondere Qualität bekommen. Jedes im Sinne der Terroristen „erfolgreiche“ Attentat zeigt, daß eine „genügend“ bedachte Lösung kaum mehr als ein Wunschtraum bleiben wird. Man darf jedoch nicht aufhören, diesen verwickelten Fragenkomplex unablässig im Auge zu behalten und nach ständig verbesserten (Teil-)Lösungen zu suchen. Die im eben erwähnten Unterabschnitt d) aufgeführten Ansätze müssen ständig auf dem neuesten technischen Stand gehalten werden, alle Mitarbeiter und in angemessener Weise auch die Passagiere müssen zu allen sinnvollen Vorsichtsmaßnahmen und zum Mitdenken aufgefordert werden.

6. Q: Warum gibt es kein Schwimmbad auf dem LC?
A: Wenn Sie „LC-400“ anklicken und dann zum Abschnitt „LC – das ganz besondere Erlebnis“ gehen, finden Sie als ersten Satz: „Der LC ist ein Fünf-Sterne-Hotel, dem nichts fehlt außer dem Swimmingpool, der aus verständlichen Gründen nicht vorhanden ist.“ Wer’s nicht so verständlich findet, braucht nur für ein (kleines) Schwimmbad von 25 m Länge, 15 m Breite und 2 m Wassertiefe das Wassergewicht auszurechnen: (25 x 15 x 2) m3 x 1 Tonne/m3 = 750 Tonnen! Das ist soviel wie das Gesamtgewicht des LC! Akzeptiert?

7. Q: Warum gibt es nicht mehr Sportmöglichkeiten auf dem LC? Sonst wird’s vielleicht manchmal langweilig!
A: Sie haben ganz Recht! Auf dem LC ist noch viel Platz für Sportarten, die nur ganz unwesentlich mehr Gewicht erfordern, aber viel Platzbedarf haben. Deshalb haben wir auch schon vor einiger Zeit beschlossen (nach anderer Kabinenanordnung für das Service Personal), zwei Golf-Trainier-Anlagen einzurichten. Wenn Sie jetzt noch zwei Tischtennisfelder hinzunehmen, dürfte doch für jeden Geschmack etwas dabei sein. Bedenken Sie schließlich noch, daß Sie auf dem Panoramadeck einen Joggingkurs von über 500 m (!) haben, wenn sie einmal an der Panoramaverglasung rund ums Schiff laufen, bei jedem Schritt ein anderswo unerreichter Fernblick, egal ob wir gerade in 500 m oder 2000 m Höhe fahren! Bei einer Breite von 13 m werden sie wohl auch kaum mit einem anderen entgegegenkommenden Jogger zusammenstoßen. Wenn Sie 10 Runden drehen und dann nach dem Frühstück eine Stunde im Fitness-Center aktiv sind, danach einen Saunabesuch machen und sich anschließend im Solarium die notwendige Urlaubsbräune holen, dürfte wohl keine Langweile aufkommen, zumal Sie bestimmt bei Ihren Aktivitäten auch mit Gleichgesinnten ins Gespräch kommen werden.

Kontaktieren Sie uns bitte, wenn Sie weitere gute Vorschläge haben!

8. Q: Gibt es bei 400 Mitreisenden nicht zu wenig Platz auf dem LC, so daß man ein Gefühl der Enge bekommt?
A: In dieser Hinsicht kann ich Ihnen dreifach Trost spenden: Der kleine Trost: Es können ja höchstens 399 Mitreisende sein! Der mittlere Trost: Wenn es Ihnen irgendwo oder irgendwann auf dem Schiff zu drangvoll sein wird, haben Sie immer die Möglichkeit sich in Ihre absolut ruhige und geräumige Kabine zurückzuziehen, wo Sie getrennte Wohn- und Schlafräume haben; da können Sie Ihren Partner, falls er zufällig anwesend sein sollte, in die jeweils andere Hälfte sperren, bis Sie sich von dem Enge-Syndrom erholt haben.

Der ganz große (mathematisch-statistisch belegte) Trost: Wenn Sie die Fläche der 2 ½ den Passagieren zugänglichen Decks zusammenzählen (siehe Deckspläne) und durch 400 teilen, so erhalten Sie die Zahl der Quadratmeter pro Passagier: 100 qm pro Passagier! Wenn Ihnen das zu abstrakt ist, vergleichen Sie das mit der Zahl, die Sie erhalten, wenn Sie die Nutzfläche Ihres trauten Heims durch die Zahl der dort Wohnenden teilen, dann werden Sie bestimmt getröstet sein.

Im LoftyCruiser besteht deshalb ein gesunder Mix aus Gemeinschaft – wenn gewollt – und Privatsphäre. Jedem steht es offen, für sich das Adäquate zu finden.

9. Q: Was ist für medizinische Behandlung an Bord vorgesehen? (Tropenkrankheiten?)
A: Sie sehen auf dem Decksplan des Servicedecks direkt an der Trennwand zur Schiffsführung eine Kabine mit „Schiffsarzt“ gekennzeichnet. Selbstverständlich ist – wie ab einer gewissen Schiffsgröße auch gesetzlich vorgeschrieben – ein hauptamtlicher Schiffsarzt mit spezieller Ausbildung vorgesehen, der natürlich auch mit Tropenkrankheiten Erfahrung haben muß. Ihm steht jederzeit ausgebildetes Hilfspersonal zur Seite. Die Größe, Ausstattung und Lage der Krankenstation auf dem Servicedeck ist noch nicht festgelegt, wird aber rechtzeitig bei der weiteren Detailplanung bestimmt werden. In (hoffentlich sehr seltenen) Ausnahmefällen wird LC die nächstliegende, für den jeweiligen Fall geeignete Klinik ansteuern, auf einem mit der Klinik telefonisch abgesprochenen Platz eine Notlandung durchführen und den kranken Passagier dem Rettungshubschrauber übergeben.

10. Q: Werden genügend lange Fahrtstrecken in Bodennähe eingelegt, so daß man gut fotografieren und videofilmen kann? Weitere Möglichkeiten für Naturgenuß?
A: Wenn Sie „LC-400“ anklicken und dann den Unterabschnitt „Warum ein Kreuzfahrtluftschiff“, so finden Sie den Satz „Auf Wunsch der Passagiere (...) Zeit zu besonderer Beobachtung zu geben“. Das ist eine einzigartige Möglichkeit eines Luftschiffs, diesen Wunsch vieler Passagiere (wie z.B. den Ihren) zu berücksichtigen. Aber auch die beinahe täglichen Zwischenlandungen mit Exkursionen, wie sie in den beiden beispielhaften Fahrplänen „Afrika-West“ und „Afrika-Ost“ beschrieben sind, werden viel „Naturgenuß“ und Möglichkeiten zum Fotografieren bringen (z.B. Spaziergang um die Victoriafälle, Schnorcheln im Malawisee etc.).

11. Q: Wird es eine kompetente Reiseleitung geben, wie ist die Organisation, gibt es Vorträge über die überflogenen Gebiete und eine Bücherei zum Nachlesen?
A: Es werden 10 gut ausgebildete Reiseleiter mit viel Erfahrung an Bord sein, die je nach Nachfrage im Konferenzsaal und/oder Kinosaal Vorträge (nicht nur länderkundliche) halten und dann je eine Gruppe von 15-20 Personen auf den Exkursionen führen. Sie stehen während der ganzen Woche für Fragen, Anregungen, Wünsche oder einfach als allgemeine Gesprächspartner zur Verfügung. Die gewünschte „Bücherei“ finden Sie auf dem Decksplan des Panoramadecks als „Bibliothek“ gekennzeichnet, die, wie die gewählte Bezeichnung andeutet, wenn schon nicht alle, so doch die meisten Ansprüche erfüllen dürfte. In der Ladenpassage finden Sie natürlich auch einen Bookshop, wo Sie auch Reiseführer in großer Anzahl kaufen können.

12. Q: Wie sind die Kommunikationsmöglichkeiten an Bord (Telefon, Sat-TV, „Konversation“ oder „chatten“ mit „netten“ und „intelligenten“ Mitreisenden)?
A: In dieser Hinsicht werden wohl keine Wünsche offen bleiben, da das Bordnetz so breitbandig wie möglich und gleichzeitig so sicher wie möglich ausgelegt werden wird. Aber viel schöner sind doch die direkten menschlichen Kontakte, zu der sich während der Luftreise so viele Gelegenheiten ergeben werden, daß Sie nur einen kleinen Bruchteil davon werden nutzen können. Denken Sie immer daran: Abschalten (oder im Internet surfen) können Sie auch zu Hause!

Stand: 20.01.2004 [SV]